Hilfeleistungsfahrzeug 2 [HLFA 2 / 2000-100]

Funkrufname:Tank 1 Bad Vöslau
Hersteller:Rosenbauer
Typ-Fahrgestell:MAN 16.290
Erstzulassung:2019
Sitzplätze:8
Eigengewicht:16.000 kg
Leistung:213 kW / 290 PS

Fahrzeugbeschreibung:

Fahrzeugtechnik HLFA2 / 2000-100
Der Erste wenn es ums Feuerlöschen geht

Im September 2019 konnte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bad Vöslau ein neues Feuerwehrfahrzeug der Firma Rosenbauer Österreich GmbH im niederösterreichischen Werk Neidling übernehmen. Das Hilfeleistungsfahrzeug der NÖ Baurichtline HLF-2 ersetzt damit das 32 Jahre alte Tanklöschfahrzeug und steht ab sofort im Dienst der Bad Vöslauerinnen und Bad Vöslauer.

Das Fahrzeug. 

Als Trägerfahrzeug für den feuerwehrtechnischen Aufbau dient ein MAN TGM 16.290 mit moderner EURO 6 Abgastechnologie und Allison Vollautomatikgetriebe. Der Lastwagen wiegt 16 Tonnen, ist 2,30 m breit, 7,30 m lang und 3,30 m hoch. Durch den engen Radstand von 3,70 m sind auch engste Kurven, oder schmale Gassen keine Herausforderung für das Einsatzfahrzeug.

Mit der Abgasstufe EURO 6 erfüllt der neue Bad Vöslauer die letzten und strengsten Abgasrichtlinien und ist damit umweltfreundlich unterwegs.

Die 213 kW aus dem Dieselmotor werden über ein Allison – Vollautomatik Wandlergetriebe mit Retarder, permanent auf alle 4 Räder übertragen. Zusätzlich sind ein Längsausgleich und zwei Differentialsperren für Geländefahrten vorhanden.

Feuerwehrtechnik aus Österreich

Die Baureihe HLFA 2 sieht ein modernes, kompaktes Universalfahrzeug mittlerer Baugröße vor, welches von der Firma Rosenbauer mit dem feuerwehrtechnischen Aufbau „AT3 – Neu“ umgesetzt wurde. Der Besatzung von 8 Feuerwehrmitgliedern stehen 2.000 Liter Löschwasser und 100 Liter Mehrbereichsschaummittel, sowie umfangreiche Gerätschaften zur Brandbekämpfung, zum Schadstoffersteinsatz und bei Unwetterereignissen zur Verfügung.

Über die Feuerlöschkreiselpumpe Type N35 können bis zu 3.500 Liter Löschwasser pro Minute bei 10 bar Ausgangsdruck abgegeben werden. Das Schaumzumischsystem FixMix ermöglicht desweiteren die Zugabe von Schaummittel in den Zumischraten von 0,5%, 3% und 6%.
Im Einsatzfall kann das Löschwasser, oder Schaummittel-Wassergemisch über eine Normaldruckschnellangriffshaspel, 4 Seitendruckausgänge oder einen Frontdruckausgang abgegeben werden.

Zur Beladung des Hilfeleistungsfahrzeuges 2 Bad Vöslau zählen unter anderem zwei Unterwassertauchpumpen, ein tragbarer, oszillierender Wasserwerfer mit einer Literleistung von bis zu 2.000 Liter pro Minute, ein Sprungkissen für eine Rettungshöhe von bis zu 16 Metern, ein akkubetriebener Hochleistungslüfter, ein leistungsstarker, benzinbetriebener Hochleistungslüfter mit Leichtschaumaufsatz, ein Halligan- sowie TNT Tool, eine Rettungskettensäge sowie ein Motortrennschleifer, umfangreiches Schlauchmaterial und ein 30 Meter C-Schlauchpaket, ein Absturzsicherungsset, ein hydraulischer Türöffner mit 720 bar Hydraulikdruck, LED Lichtfluter und ein LED Akkulichtfluter, umfangreiches Handwerkzeug, ein Defibrillator mit Notfallrucksack und ein Spineboard mit Korbschleiftrage.
Um Schwelbrände in Bauteilfugen, oder unter Blechkonstruktionen wirksam bekämpfen zu können, verfügt das HLFA2 über 3 Stück Löschlanzen, deren geschmiedete Spitze Materialen durchschlagen und in die Unterkonstruktion getrieben werden können.

Dem Atemschutztrupp, welcher aufgrund der mitgeführten Einweg- Körperschutzausrüstung auch einfache Schadstoffeinsätze und Menschenrettungen durchführen kann, steht eine druckluftbetriebene Doppelmembranpumpe zum Umpumpen von geringen Mengen Schadstoffen, Erdungsmaterial, Auffangwannen bis zu 550 Liter und viele Abdichtmaterialien zur Verfügung.
Im Fahrzeug wird ein 28 Volt- Akku der Firma Milwaukee geladen, mit welchem ein leistungsstarker LED- Lichtstrahler, eine Schlagbohrmaschine, sowie eine Handkreissäge (z.B. zum Öffnen von Fußböden im Bereich von Rauchfängen) betrieben werden können.

Der gesamte feuerwehrtechnische Aufbau ist mit modernster LED – Beleuchtungstechnik ausgestattet. Von den Blaulichtern über die Verkehrsleiteinrichung, der Umfeldbeleuchtung, dem dreh und schwenkbaren Lichtmast bis zur Mannschaftskabinenbeleuchtung wurde alles mit LED – Technik ausgestattet. Damit ist auch ein sicheres Arbeiten in der Nacht gewährleistet.

Für den Fahrer werden alle wichtigen Informationen in einem CAN-Bus Terminal in der Fahrerkabine und am Pumpenbedienstadt angezeigt. Eine Rückfahrkamera mit Mikrofon sorgt zusätzlich für Sicherheit. Der Gruppenkommandant bekommt alle wichtigen Informationen eines Feuerwehreinsatzes auf ein Tablet mit der Rosenbauer- Lageführungssoftware „EMEREC“, auf welchem unter anderem Brandschutzpläne, Rettungskarten oder Gefahrgutdatenblätter gespeichert sind. Eine Einsatzdokumentation in Echtzeit ist ebenso damit möglich.

In der Mannschaftskabine befinden sich 3 Atemschutzgeräte, die Ausrüstung für den Atemschutztrupp wie Funkgeräte, Feuerwehrgurte, Wärmebildkamera, Führungsleine und Handscheinwerfer sind in einem sogenannten „Actiontower“ (=Werkzeugturm) untergebracht.

Auf dem Fahrzeugdach befindet sich eine zweiteilige Schiebleiter mit einer maximalen Rettungshöhe von 10 Metern. Ebenso sind eine Mehrzweckleiter und eine Teleskopleiter an Bord.

Für die Einsatzkräfte ist eine sogenannte Hygienewand verbaut, hier kann eine Grobdekontamination vorgenommen werden, auch ein Druckluftanschluss ist vorhanden. Ein besonderes Augenmerk wurde der Dekontamination und Einsatzhygiene gewidmet, mit der oben angeführten Hygienewand können grobe Verunreinigungen am Feuerwehrmann und dessen Ausrüstung beseitigt werden. Die verschmutzte Einsatzbekleidung kann in auflösbaren Wäschesäcken verpackt im Geräteraum 4 transportiert werden. Somit können keine Schadstoffe in den Mannschaftsraum gelangen. Für den Weg ins Feuerwehrhaus zur persönlichen Reinigung bzw. bei stark schmutzenden Arbeiten (zur Schonung der Einsatzbekleidung) wird eine Einwegbekleidung mitgeführt. Ein sauberes Arbeiten, Ablegen und Reinigen des Atemschutzgerätes erfolgt auf einer eigenen PVC-„Atemschutzplane“. Die Reinigung erfolgt mit handelsüblichen Gartenschläuchen und Bürsten, welche ebenfalls am Fahrzeug mitgeführt werden.

Für längere Einsätze in den Wintermonaten ist das Einsatzfahrzeug mit einer Standheizung ausgestattet.

Einsatztaktik 

Das Hilfeleistungsfahrzeug 2 ist in der Ausrückeordnung der Bad Vöslauer Stadtfeuerwehr als erstes Fahrzeug bei Brandeinsätzen und Brandmelderauslösungen eingetragen. Ebenso rückt das HLFA2 in Ergänzung zum HLFA 3 bei Schadstoffeinsätzen aus. Bei besonders großen Unwetterlagen, wird das neue Einsatzfahrzeug auch zum Auspumpen oder Beseitigen von Sturmschäden als drittes Löschgruppenfahrzeug der Stadtfeuerwehr eingesetzt.