Brandeinsatz – Silobrand in Sooß

Am 24. April 2019 wurde eine Rauchentwicklung am Siloturm einer Zimmerei bei der Bezirksalarmzentrale Baden (Notruf 122) gemeldet. Gegen 13:20 Uhr wurde die örtlich zuständige Freiwillige Feuerwehr Sooß zum Brandverdacht auf das Betriebsgelände alarmiert.

Aufgrund weiterer eingehender Meldungen wurde von der Bezirksalarmzentrale Baden, wenige Minuten später, auf die zweithöchste Alarmstufe 3 erhöht und die Freiwilligen Feuerwehren Stadt Bad Vöslau, Gainfarn und Baden Weikersdorf alarmiert.

Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Sooß konnte gemeinsam mit dem Firmeninhaber folgende Lage erkunden. Es handelt sich um einen Schwelbrand in dem mit Hackschnitzel und Sägespänen befüllten Silo. Der 27 Meter hohe Siloturm steht in der Mitte eines Zimmereibetriebes. Er ist von allen Seiten umbaut und im Kellerbereich an die Heizungsanlage angeschlossen. Laut Firmeninhaber befinden sich zurzeit gut 30 Tonnen Sägespäne und Hackschnitzel im Silo. Im oberen Bereich war eine deutliche Rauchentwicklung feststellbar.

Ein direktes löschen mit Wasser war nicht möglich, da die Sägespäne rasch aufquellen würden und eventuell sogar den Silo durch den seitlichen statischen Druck zerstören könnten. Schaum oder Netzmittel mussten ebenfalls aus diesem Grund ausgeschlossen werden. Es blieb nur die Inertisierung, vorzugsweise mit Stickstoff.

Von den Kräften aus Bad Vöslau wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und mit dem Wendestrahlrohr des Hubrettungsgerätes eine Kühlung der Außenwand des Siloturmes vorgenommen. Zeitgleich wurden zwei tragbare Wasserwerfer auf das danebenliegende Hallendach vorgenommen. Gemeinsam mit den Einsatzkräften aus Sooß wurde dazu eine Absturzsicherung aufgebaut.

Das benötigte Löschwasser kam von zwei Hydranten und wurde von der Feuerlöschpumpe des Großtanklöschfahrzeuges weiter gefördert. Die Zubringleitungen bauten die Feuerwehren Sooß und Gainfarn auf, dabei mussten die Druckschläuche auch über zwei Supermarktparkplätze gelegt werden.

Gegen 18 Uhr begannen die Spezialkräfte mit dem Einbringen des Inertgases, dazu wurde die Stickstoffleitung an die dazu vorgesehene Festkupplung am Silo angeschlossen und der Stickstoff eingeleitet.

Die Maßnahme zeigte rasch Wirkung, die Außenwände kühlten ab, die Kühlung mit Wasser konnte damit eingestellt werden. Die sogenannte Inertisierung, also das Einbringen von Stickstoff, dauerte die ganze Nacht an. Mit der Drehleiter wurden immer wieder Erkundungsfahrten durchgeführt, Messungen mit einem Mehrgasmessgerät und der Wärmebildkamera durchgeführt.

Zur Stunde (25.04.2019, 11:00 Uhr) wird das weitere Vorgehen mit den Experten und der Einsatzleitung besprochen, es wird weiterhin Inertgas in den Silo eingebracht. Wann „Brand aus!“ gegeben werden kann und der Einsatz damit beendet wird kann noch nicht abgeschätzt werden.

Insgesamt standen vier Freiwillige Feuerwehren, eine Polizeistreife und 1 RTW des Roten Kreuz Bad Vöslau mit 60 Mitgliedern im Einsatz.

Bericht des Bezirksfeuerwehrkommando Baden

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