Übung – Zur Menschenrettung mit Schiebleiter – Vor!

Ein komischer Geruch im Stiegenhaus veranlasste einen Nachbarn am Abend des 30. August 2019 dazu, den Feuerwehrnotruf zu wählen. Dies war der Startschuss zur einer großangelegten Einsatzübung der Bad Vöslauer Blaulichtorganisationen in einem neu errichteten Wohnhaus. 

Kurz darauf traf bereits ein Einsatzfahrzeug des Roten Kreuzes Bad Vöslau in der Hügelgasse ein. Die beiden Rettungssanitäter beruhigten den aufgebrachten Nachbarn, der sich immer noch über die vermeintlichen Kochkünste seiner Nachbarn aufregte, und begannen sofort mit einer ersten Lageerkundung. Die erste Rückmeldung der Sanitäter beunruhigte die weiteren zufahrenden Einsatzkräfte, es war tatsächlich Brandgeruch im Stiegenhaus wahrnehmbar. Eine junge Frau wollte scheinbar flüchten und stürzte dabei kopfüber über mehrere Stiegen. Sie verletzte sich dabei schwer und wurde deshalb sofort von den Rettungssanitätern erstversorgt.

Die Einsatzfahrer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Vöslau standen ebenso vor einer Herausforderung. Doch trotz der engen und schwierigen Zufahrt in der Hügelgasse konnten die schweren Löschfahrzeuge zufahren und vor dem Wohnhaus Aufstellung nehmen. Der Gruppenkommandant des ersten Gruppenfahrzeuges erkundete ebenso die Lage und sprach sich kurz mit den Rettungssanitätern des Roten Kreuz ab. Am Rückweg zum HLFA 3 hörte der Einsatzleiter Hilferufe von einem Balkon. Schnell war klar – hier liegt kein missglücktes Abendessen vor, sondern ein richtiger Zimmerbrand. Hinter der jungen Frau am Balkon war dichter Brandrauch aus der Wohnung sichtbar. Sofort erhöhte der Einsatzleiter die Alarmstufe und gab den Befehl an seine Mannschaft:

„Zur Menschenrettung über den Balkon mit der dreiteiligen Schiebleiter, unter Atemschutz – Vor!“

Nun bemerkten alle Feuerwehrmitglieder den Ernst der Lage und arbeiteten Hand in Hand, denn die Frau am Balkon war in Lebensgefahr.

Das zweite Löschfahrzeug der Feuerwehr Bad Vöslau übernahm in der Zwischenzeit den Innenangriff über das Stiegenhaus. Mit dem Halligan-Tool brach der Atemschutztrupp die Eingangstüre auf und brachte gleichzeitig einen Rauchvorhang in Stellung um eine Verrauchung des Fluchtstiegenhauses zu verhindern. Mit einer Löschleitung ging der Trupp anschließend zur Brandbekämpfung vor.

Zwei ausgebildete Feuerwehrmitglieder unterstützten zwischenzeitlich die Rettungssanitäter bei der Rettung der gestürzten Frau im Stiegenhaus. Gemeinsam mit den Feuerwehrmitgliedern entschied man sich zu einer Rettung mittels Spineboard. Hier machten sich die unzähligen gemeinsamen Übungen und Schulungen bezahlt – ohne vieler Worte war die Patientin auf dem Spineboard immobilisiert und bereit zum Abtransport. Hand in Hand arbeiteten die Einsatzkräfte, um die schwerverletzte Frau zu retten.

Während der Arbeiten im Gebäude, gaben auch die Feuerwehreinsatzkräfte am Balkon alles, um die Schiebleiter in Stellung zu bringen. Dazu musste die schwere Leiter parallel zum Gebäude aufgerichtet und im aufgestellten Zustand um 90° gedreht werden. Doch auch hier konnte die Frau rasch gerettet werden. Der Abstieg über die Leiter wurde vom ersten Atemschutztrupp unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt.

Das Feuer in der Wohnung konnte vom zweiten Atemschutztrupp gelöscht und dabei auch ein kleiner Hund in der Wohnung gerettet werden. Dieser wurde ebenso vom Rettungsdienst erstversorgt. Zufälligerweise ist eine ehrenamtliche Rettungssanitäterin im Beruf Tierärztin und wusste somit was nun zu tun war.

Nach gut 2 Stunden konnte diese Einsatzübung erfolgreich beendet werden.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Koup Architekten ganz herzlich für die unkomplizierte Zusammenarbeit und die nicht selbstverständliche Möglichkeit in dem Objekt zu üben, bedanken.

Den Abend verbrachten die beiden Einsatzorganisationen noch gemeinsam, im gemütlichen Gespräch wurde die Übung nachbesprochen. Übungen und Momente wie diese fördern die Zusammenarbeit der Bad Vöslauer Einsatzorganisationen und tragen maßgeblich dazu bei, im Ernstfall rasch und professionell für Menschen in Not da zu sein. Ganz nach dem Motto: „Wir retten Bad Vöslau.“

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.